Auf der Dahme - Kleine Wanderfahrt 29.09. – 30.09.2018

Samstag. Mein Wecker klingelt um 06:30 Uhr. Ich stehe auf. Freiwillig.
Erste Sonnenstrahlen zeichnen sich am Horizont im Wedding ab. Die Sonne wird auch das gesamte Wochenende scheinen, was die Endorphine während meiner ersten Ruderfahrt zum Wirbeln bringt und uns allen einen schönen klaren Septemberausklang bereitet.
Unglaubliche zwei Stunden später finden mein Gepäck (das Ausmaß mit Schlafsack würde auch für zwei Wochen reichen) und ich mich auf einem wunderschönen großen Wassergrundstück unseres befreundeten Ruderclubs in Zernsdorf, OT Königs Wusterhausen, wieder.
Gruppenbild mit Bootshaken
Gruppenbild mit Handgepäck

Norbert und Andreas hatten die Idee, Neueren und noch nicht ganz so Wanderfahrten Geübten dieses Kleinod zu präsentieren. Derweil genieße ich die meditative Aussicht aufs Wasser und begreife langsam, dass die Anzahl meiner Kleiderschichten der Außentemperatur in Grad Celsius entspricht. Nämlich fünf.
Unsere Gastgeber finden sich ein und wir bereiten unsere Boote (drei gesteuerte Vierer) vor, mit denen es auf die Dahme geht. Norbert teilt mit gleichsam buddhistischer Ruhe die Boote für Samstag ein und schon legen wir ab. Die Temperaturen steigen und ich ziehe meine Jacke aus und meine Handschuhe das erste Mal an. Dies ist eine wichtige Entscheidung, da ich nicht nur 48 Stunden durchhalten will, sondern auch merke, dass die Holz Skulls, mit denen ich das erste Mal rudere, einiges an Hebelkraft verlangen.
In der AbendsonneRuderpause
Weiterlesen unter: 

Ich war noch nie auf der Dahme und genieße mit jeder Faser diese wunderschöne Landschaft. Wir rudern gen Prieros und passieren Krüpelsee, Dolgensee, Langer See und legen am Wolziger See zur Mittagspause an. Und wieder erwartet mich etwas Neues. Wir legen nicht am Steg an, sondern steigen im Wasser aus und ziehen die Boote auf die Wiese. Mein Stopp-Schrei beim Umrunden unseres Bootes mit Blick auf mein Backboard Skull verhallt zu spät und die Dolle wird leicht verbogen. Allerdings nichts Dramatisches.
15 Minuten vergehen und schlagartig werden wir mit dem Betreten unserer Lokalität in eine Zeitreise katapultiert. Auf den ersten Blick noch eine 1. FC Union Berlin Kneipe (inkl. Branding auf dem Toastbrot), auf den zweiten können wir neben der guten Hausmannskost die Dekoration vom Erzgebirge bis nach Brandenburg (ca. 70iger Jahre) unter die Lupe nehmen.
Wir erliegen nicht dem Ostalgie Charme und kehren zu unseren Booten zurück, was für mich bedeutet, in die Steuerkleidung zu steigen. Der Wolziger See ist sehr breit; wer glaubt, dass Frauen Multitasking fähig seien und gleichzeitig steuern und filmen können, dem sei hier etwas anderes beschieden. Nach einer abgewandten Kollision mit dem Nachbarboot legen wir bei Kuddels an. Frank spendiert eine Runde und ich bin froh, mich für einen Brotschnaps und nicht für „Krabbel die Wand hoch“ entschieden zu haben.
Die Sonne geht langsam unter und wir legen an. Ich genieße die letzten Sonnenstrahlen und freue mich auf meine heiße Dusche während Ulla und Andreas zum Supermarkt fahren und dankenswerter Weise die Einkäufe tätigen. Unsere Gastgeber begeben sich an den Grill, Martin zaubert einen riesigen Pott selfmade Kartoffelsalat hervor (Nachfragen zum „Kartoffelsalat-Zubereitungskurs“ liegen bereits vor) und als wäre das noch nicht genug, können wir den Abend am selbst gebauten Kamin ausklingen lassen. (Ich finde, so ein Kamin würde auch gut an den Großen Wannsee passen…). Die Sonne ist derweil unter gegangen und wer wissen will, warum Zernsdorfer auch in Gambia rudern und dort permanent Boote liegen, möge sich an unsere Gastgeber wenden.
Romantischer Blick zum Steg

Wir krabbeln am Sonntag aus unseren Schlafsäcken. Andreas ist schon in aller Früh los, um uns mit Brötchen zu versorgen. Vielen Dank!
Norbert teilt die Boote neu ein. Mit zwei gesteuerten Vierern geht es diesmal die Dahme aufwärts. Den Krimnicksee backbord passieren, kam ich zugleich in den Genuss meiner ersten Schleusenerfahrung (neben den technischen Feinheiten erscheint es aufgrund der jeweiligen Dauer sinnvoll, sich einen Platz auf der Sonnenseite in der Schleuse zu sichern). Wir rudern Richtung C/Krossinsee und legen im Anglerheim an. Clarissa rettet mich vor einem Sonnenbrand im Gesicht und ich steuere nach dem Mittagessen an vielen Seglern vorbei bis zu unserer letzten Rast bei Schmöckwitz.
Das Wochenende neigt sich auf einmal schnell dem Ende. Wir legen ein letztes Mal in Zernsdorf an, verstauen die Boote und sagen fürs Erste „Tschüss“.

Vielen Dank an Norbert und Andreas für die Organisation und an unsere Gastgeber in Zernsdorf.
In die Aus(gangs)lage – LOS!

Birgit



zurück zur Übersicht